Historisches

Immaculata vom Altar der Nonnenempore

Farbliche Ergnzung der Flachreliefs an der Rckwand des Chorgesthls

Im diesem Jahr 1996 gedachte die Pfarrei St. Simon und Judas der Grndung des Zisterzienserinnen-Klosters Wormeln vor 750 Jahren. Vermutlich lebten dort schon vorher einige Nonnen nach der Regel des heiligen Benedikt. 1315 wurde die Klosterkirche durch den Mainzer Weihbischof konsekriert. Whrend das Kloster zunchst zum Bistum Mainz gehrte, war ab 1516 der Paderborner Bischof dafr zustndig. 1810 wurde das Kloster in der Skularisation aufgehoben.

Von ihrem ueren und Inneren her stellt sich die heutige Pfarrkirche als typische Zisterzienserinnenkirche dar. Ihr Inneres bildet einen weiten gotischen Saal ohne Seitenschiffe, ohne Querschiff, ohne eingerckten Chor, ohne gerundete Apsis, sondern mit geradem Chorabschluss. Das Langschiff ist von drei Jochen gegliedert. Daran schliet sich das Westjoch an, dessen oberer Teil die Nonnenempore enthlt. Besonders hervorzuheben ist deren reichgestaltetes, bemaltes Rokoko-Chorgesthl (1775), wie man es in dieser Art und Vollstndigkeit nur selten antrifft.

Ein Rokoko-Altar auf der Rckseite des Orgelgehuses birgt die abgebildete 38 cm hohe Holzfigur einer leicht bewegten „Immaculata“ ber einer Erdkugel, die von einer Schlage umzngelt wird. In ihrer wei-blau-goldenen Fassung mit kastanienbraunem Haar bildet die Statue eine passende farbliche Ergnzung der Flachreliefs an der Rckwand des Chorgesthls.

Im letzten Buch des Neuen Testamentes ist die Rede von „einem groen Zeichen am Himmel, von einer Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Fen und ein Kranz von zwlf Sternen auf ihrem Haupt“ (vgl. Offb 12,1ff.)

Diese Vision wurde Grundlage fr die lieblichsten Marienbilder. Durch die Art der Darstellung wird deutlich: Maria ist nicht nur ein liebes Mdchen aus dem Volk Israel mit einer aufregenden Lebensgeschichte. Die ganze Welt ist mit ihrem Leben verbunden. Und umgekehrt ist ihr Leben wirksam fr alle Welt, weil ihr Kind so wichtig ist. „Durch den Gehorsam Mariens wurde der Knoten des Ungehorsams der Eva gelst“ (hl. Irenus).

So wird Maria, die Schlage, dem Sinnbild des Widersachers und der Macht des Bsen, den Kopf zertritt, zur neuen Eva, Die Christus, dem neuen Adam (vgl. 1 Kor 15,45), beim Werk der Erlsung eng verbunden ist. Durch Gottes Gnade ist sie die Sndenlose, die „Immaculata“. Vom ersten Augenblick ihres Daseins an ist sie erwhlt, teilzuhaben an dem Sieg dessen, der erschienen ist, „die Werke des Teufels zu zerstren“ (1 Joh 3,8).

„Du reine Jungfrau, sei gegrt, in der wir unsere Hoffnung schaun: Du stehst als groes Zeichen da, der neuen Schpfung klares Bild.“