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Pfarrer i.R. Hermann Daniel verstorben

Glck auf!

Im Alter von 87 Jahren verstarb am 1. Mai Pfarrer i.R. Hermann Daniel.

1962 wurde der gebrtige Gelsenkirchener in Paderborn durch Erzbischof Lorenz Jaeger zum Priester geweiht. 1969 kam Hermann Daniel als geistlicher Rektor zu den SERVIAM-Schwestern nach Germete und war anschlieend bis 1976 auch Pastor in Rimbeck. Es folgten erfllte Jahre als Arbeiterpriester und Bergmann in Dortmund. Mit 55 als Bergmann verrentet, trat Hermann Daniel die Pfarrstelle in der Josephsgemeinde im Dortmunder Norden an. In diesen Jahren war ihm neben anderem die Obdachlosenarbeit ein Anliegen. Mit 70 kehrte er ins Warburger Land zurck, wo er zunchst ber Jahre hinweg im Landhaus am Heinberg wohnte. Spter bezog er eine Wohnung bei den SERVIAM-Schwestern in Germete.

Solange es ging, war Pastor Daniel allzeit hilfsbereit, bei Messvertretungen oder auch bei der Rentner-Truppe in Germete. Sein Schwerpunkt aber lag bei den Schwestern in Germete und in der Seelsorge im St. Johannes Seniorenzentrum in Warburg.

Am Sterbetag durfte ich, Gerhard Pieper, Hermann Daniel die Krankensalbung spenden. Als ich sein Zimmer im Seniorenzentrum betrat, lag er aschfahl im Bett und rhrte sich nicht. Nichts deutete darauf hin, was in der kommenden Stunde geschehen sollte. Da war die kleine Gemeinde, die sich allmhlich an seinem Bett versammelte. Schon das war anrhrend. Dann aber das: War er zunchst zu kraftlos und auch mde, um zu reagieren, lebte er auf. Seine Stimme wurde immer verstndlicher und auch die Demenz schien von ihm zu weichen. Dinge aus Vergangenheit und Gegenwart waren ihm prsent und – wie es seine Art war – bedankte er sich mehrmals fr den Besuch und die Zuwendung der Anwesenden. Schlielich durften wir die Spendung der Krankensalbung feiern. Ich schreibe „feiern“, denn das war es. Wir Anwesenden haben miteinander und mit Hermann diesen Gottesdienst gefeiert. Er, der ber lngere Zeit schon von einer Demenz gezeichnet war, lie die Krankensalbung nicht „ber sich ergehen“, sondern feierte sie aktiv mit.

Was bleibt? Der Arbeiterpriester Hermann Daniel verstarb am Tag der Arbeit. Was fr ein Statement! Hermann war ein Mensch der „einfachen“ Leute, bodenstndig, nahbar, klar in der Sprache. Er war nicht nur im Ptt, sondern auch sonst ein Kumpel, einer, auf den man sich verlassen konnte. Er war uns ein Kumpel wie der, der von sich sagte: „Ich bin bei euch – allezeit – bis zum Ende der Welt.“

Und noch etwas. Bis zu seinem Tod habe ich Hermann Daniel immer freundlich und dankbar erlebt. Nie hatte er ein bses Wort auf den Lippen oder im Sinn. Seine Gegenwart tat einfach gut. Und ich denke: „Brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs mit uns sprach ...?“

Hermann, ruhe in Frieden. Oder besser: Lebe im Licht.

Gerhard Pieper, Pfarrer