Wort-Gottes-Feiern am Sonntag mit Kommunionspendung

... such dir nicht den Ehrenplatz ...

Es ist spannend zu beobachten, welche Pltze in unseren Kirchen genutzt werden und welche leer bleiben. Ein Nachdenken ber Sitzpltze in der Kirche.

PV Warburg Vorweg geschickt: Ehrenplätze gibt es gar nicht. Nicht in unseren Kirchen. Es gibt einen Priestersitz, es gibt Sitzplätze im Altarraum – und die vielen Bänke, vorne und hinten und ganz hinten ...

Der Priestersitz bleibt leer in der Wort-Gottes-Feier. Das ist ein deutliches Signal: Da fehlt was. Der Priester handelt im Namen Jesu. In der Eucharistiefeier tut er „nur", was Jesus damals im Abendmahlssaal mit seinen Jüngern gefeiert hat. Damit stellt er sich Jesus zur Verfügung, damit der durch ihn an uns handelt.

So kommt, damals wie heute, Jesus in dem Brot zu uns. Der leere Platz in der Wortgottesfeier kann uns aufmerksam machen, dass Jesus besonders durch sein Wort - wie auch sonst in Gottesdiensten - mitten unter uns ist – und dann nochmals in der Kommunion, die uns aus der Eucharistiefeier gesandt wird.

Die Plätze im Altarraum, wo all jene sitzen, die einen Dienst in der Feier versehen. Manche – Lektoren zum Beispiel – sitzen ganz bewusst unter den anderen Gläubigen der Gemeinde, um deutlich zu machen, dass die Gemeinde sich beteiligt an der Gestaltung des Gottesdienstes. Alle helfen zusammen, damit wirklich Gottesdienst und Gottesbegegnung stattfinden kann.

Auch all jene, die sich auf den Bänken in der Kirche verteilen. Die „Gemeinschaft der Gläubigen" wird das gerne genannt. Manchmal scheinen unsere Kirchen zu groß zu sein für die wenigen Menschen, die da zusammenkommen. Ob Gemeinschaft entstehen kann, wenn wir ganz vereinzelt sitzen? Manchmal brauche ich vielleicht den Platz ganz hinten in der Kirche, weil ich mich fern fühle, Abstand oder Ruhe brauche. Vielleicht ist ja auch ein anderer Gedanke hilfreich: Gott sieht mich, sieht mich an. Er gibt mir Ansehen. Ich darf in Seine Nähe kommen. Mich von Ihm anschauen lassen. Und es kann auch sein, dass mir die Nähe der anderen Gottesdienstbesucher gut tun, mehr als mir bewusst ist, dass mich ihr Gesang und Gebet trägt und aufrichtet, auch oder weil mir selbst ganz anders zu Mute ist. Der Nähe auch Raum geben, nach vorne rücken. Vielleicht färbt das ja sogar auf mein „auf Abstand sein" ab?

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