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Verschlossene oder offene Türen?

PV Warburg

Pfingsten könnte man auch das Fest der offenen Türen nennen. Bis dahin waren die Jünger unter sich. Sie erzählten sich von all den wunderbaren Begegnungen mit Jesus. Sie freuten sich daran, dass Jesus lebt. Aber sie blieben unter sich, sie hatten die Türen aus Furcht vor den Juden verschlossen.

Es ist nicht so einfach, Türen aufzumachen. Die verschlossene Tür ist immerhin der letzte Rückzugsraum. Der Bereich, in dem ich mich sicher fühlen kann. Der Bereich, der ganz meiner bleibt. Der Bereich, in dem mir niemand wehtun kann.

In diesen Bereich ist Jesus gekommen nach Ostern. Das war für die Jünger ok. Sie haben erlebt: Wenn Jesus in meinen ganz eigenen Bereich kommt, tut mir das gut. Wenn Jesus mir so nahe kommt, habe ich etwas davon.

Liturgie, Gottesdienst, will im Tiefsten immer Begegnung mit Jesus Christus sein. Er kommt von sich auf aus mich zu: In Seinem Wort. In Seinem Leib.

Damit Jesus Christus mich aber auch erreichen kann, muss ich die verschlossenen Türen meines Herzens öffnen. Die Türen, die zu sind, weil ich schon so oft verletzt wurde. Weil ich Angst habe, erneut verletzt zu werden. Weil da mein ganz Eigenes, Inneres ist, in das ich nicht einfach jeden einlasse.

Jesus, der Auferstandene, steht mit seinem Leben, seiner Liebe, seinem Wort und seinem Leib vor der Tür meines Herzens. Mache ich sie auf, lasse ich ihn ein?

Das wird mich manchmal durcheinanderbringen. Denn Jesus reagiert mitunter anders, als ich mir das ausmale. Aber es wird letztlich immer heilend sein (auch wenn er erst mal schmerzlich das Pflaster von einer Wunde reißt …). Es wird immer lebensspendend sein. Und es wird immer Ausdruck seiner Liebe sein.

Nutzen wir an Pfingsten die Kraft des Heiligen Geistes, um die Türen unseres Herzens zu öffnen.

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